Esslingen 26. – 28. Februar 2027
Leidenschaftlich, ernsthaft und dennoch lustvoll zu philosophieren – das ereignet sich am Besten im Gespräch, im Austausch mit anderen Argumenten, bei Grundlage eines guten Originaltextes. Platons Dialoge bieten sich dazu geradezu auf ideale Weise an. Denn sie sind – überschaubar in der Länge – selber in der Form einer gedanklichen Unterredung geschrieben. Man ist also dank ihrer literarischen Form schon mitten drin in Rede und Gegenrede. Einmal einen ganzen Text sorgfältig in Komposition und Gehalt gemeinsam lesen – das ist die Idee der Esslinger Lektüretage. Jeweils im Spätwinter, wenn die Tage schon wieder heller werden, treffen wir uns in meiner kleinen Polis am Neckarufer. Die Gespräche finden in meinen Räumen statt, im schönsten Teil der Esslinger Altstadt direkt am Marktplatz, mit weitem Panoramablick über die Stadt bis hin in die Weinberge. Wer mag, kann am Samstagmittag den traditionellen Sekt in der ältesten Sektkellerei Deutschlands (Kessler) probieren.
Ein neues Format also, Platon Jahr um Jahr, intensiv am Original, sorgfältig geführt entlang des roten Argumentationsfadens. Philosophie pur über ein Wochenende mit einem gemeinsamen Essen am ersten Tag in einem Esslinger Restaurant.
Das Seminar: Die Sprache ist philosophisch das alles beherrschende Thema in der Philosophie des 20. Jahrhunderts – und auch heute erfolgt der Zugang zu Künstlicher Intelligenz über die Sprache. Doch wann begann das Nachdenken über Sprache? Der Platonische ›Kratylos‹ ist die erste philosophische Schrift darüber. Sind die Bedeutungen der Wörter aus reiner Konvention zustande gekommen oder spiegeln sie das Wesen der Dinge wider? Im Platonischen Dialog werden beide Positionen von den Gesprächspartnern des Sokrates vertreten. Hermogenes ist überzeugt: Die Wörter benennen die Dinge auf völlig willkürliche Weise. Kratylos hält dagegen: die sprachlichen Benennungen sind urwüchsig mit dem Bezeichneten verbunden, sie sind sprachliche Abbilder der Welt. Sokrates bringt beide Kontrahenten ins Schwitzen mit ihren sprachphilosophischen Positionen. Dabei weitet sich das Diskussionsfeld beträchtlich und berührt Themen wie lautliche Nachahmung, Sprachwandel, Sprachkompetenz, Wahrheit und Irrtum.


Details der Reise:
- Seminarbeginn und -ende: 26. Februar 15:00 Uhr, Ende am 28. Februar gegen 13 Uhr. Damit erreichen Sie noch am selben Tag ihren Heimatort.
- Anreise: individuell.
- Textgrundlage: Nach Eingang der Restzahlung schicke ich Ihnen die Textausgabe zu.
- Gruppengröße: auf 8 – 14 Personen beschränkt.
- Kosten: für das Seminar € 330 mit Kaffee/Tee/Wasser/Früchte und Gebäck während der Seminarzeiten.
- Übernachtung: Ich empfehle das Hotel Leonardo (ca. 300m in fußläufiger Entfernung). Einfacher und einen Deut günstiger das Hotel Eco Inn, ansprechend auch (wenngleich ca. 500 m entfernt) das Hotel am Schillerpark (sehr freundlich). Ich schicke Ihnen die jeweiligen Kontaktdaten, bitte buchen Sie dann selbst.