Publikationen

 

CoverIch allein bin wirklich! Die Philosophie und das launige Leben

Roman. Bei Klöpfer&Meyer 
auch als eBook ISBN 973-3-86351-275-0

Ein philosophischer Roman über den Eros des Denkens und das Begehren des Körpers, über den Charme der Provinz und die Mächtigkeit der Metropole.

Sie stehen an der Schwelle zum Erwachsenenleben, dort, wo alles nach Aufbruch duftet, im letzten Schuljahr vor dem Abitur. Jannik und die Deutsch-Inderin Seema begeistern sich für die Philosophie, ihre Fragen, ihre Antworten – und sie interessieren sich auch füreinander. Allerdings in ungleichem Engagement und in verschiedenen Linien, sie hält ihn hin, er kompensiert im Reich der luftigen Gedanken. Schwer tut er sich, wenn er in Seemas größerer Welt bestehen möchte, in der zwei Kulturen aus und ein gehen.

Als die Herbstferien nahen, trennen sich ihre Wege. Seema begleitet ihre Mutter zu einem wissenschaftlichen Kongress ins ferne Delhi, Jannik besucht seinen Vater in Berlin. Dort soll er an einem journalistischen Projekt teilnehmen, das die Ost-West-Unterschiede im Gerechtigkeitsempfinden untersucht. In Berlin taucht Jannik in neue Welten ein und lebt dadurch auf. Das Möglichkeitsmeer der lebenshungrigen Metropole triumphiert nun über die klarnüchternen Linien der Philosophie. Befreit fährt er dem Wiedersehen mit Seema entgegen.  Doch das Leben folgt eigenen Rhythmen…

 

      Es gibt Momente, in denen das Leben plötzlich an Flughöhe gewinnt. Alles drängt dann auf uns ein und bringt eine gärende Unordnung in unseren Seelenhaushalt. Oder, in anderer Richtung, alles scheint sich mühelos zu fügen und nimmt uns mit sich fort. In solchen Momenten kann es uns vorkommen, als wären wir Wörter in einem Text, der ohne uns unvollständig, ja sogar unleserlich wäre. Die Fülle der Welt verschenkt sich an uns, und wir selber werden mit einer kräftigen Bewegung, über deren Herkunft wir rätseln, ausgegossen mit der Milch des Seins. Alles, was uns begegnet, alles, was wir berühren, wächst in der Begeisterung hinaus ins Maßlose, in eine überwältigende Solidarität. Für einen Moment lang wird alles zum Lied. Sogar Leidvolles stimmt darin ein, wird sinnhaft und schön. Hoch über den einzelnen Ereignissen, über der Grammatik des Individuellen tanzt er nun, der Begeisterte, und er ahnt nichts von der Zerbrechlichkeit seines Zustandes.

       

      »Haben Tiere Selbstbewusstsein?« fragte Seema.
      »Teils ja, teils nein.« Jannik fiel ins Grübeln. »
      Schimpansen erkennen sich doch im Spiegel, habe ich gehört. Und doch ist menschliches Selbstbewusstsein wohl mehr. Wir reden, wir schreiben, da gibt es … da gibt es starkes und schwaches Selbstbewusstsein, wie geht das zu?«
      »Vielleicht weil wir uns Geschichten erzählen. Oder sie uns erzählt werden. Wir kommen aus Familien, auf die wir etwas halten oder auch nicht, das ist schon mal so eine Geschichte, auf jeden Fall spiegeln wir uns mit unseren Geschichten in den Geschichten anderer, heben uns davon ab, erleben Überlegenheit und Unterlegenheit …«
      »… wir sind also erzählende Schimpansen, und was wir im Spiegel als uns selbst erkennen, das sind die Romane unserer Familien, unserer sozialen Klassen, unserer historischen Zeiten ...«

       

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

CoverAufbrechenAufbrechen. Philosophische Inspirationen für Reisende.
Vier Essays

Kraterleuchten-Verlag, € 12,90

Wie hat alles angefangen mit dieser großen Passion unserer Gegenwart? Damit eröffnet der erste Essay, und er verfolgt die Entwicklungen, die sich über die Jahrtausende hinweg ereignet haben. Dabei fächert sich ein großes Panorama verschiedenster Formen des Unterwegseins auf, das uns verständlicher werden lässt, wo wir heute reisender Weise mit den vielgepriesenen ›schönsten Wochen des Jahres‹ stehen. Der zweite Essay ergänzt die Geschichte des Reisens mit einer kleinen Mentalitätsgeschichte des Reisens: Welche Erwartungen und Erfahrungen verbanden die Reisenden von der Antike bis heute mit ihrem Weltgang? Die Antworten finden sich in ihren Aufzeichnungen und, tiefer noch gegraben, in den Gesprächen, die Menschen mit der Welt seit jeher führen. Der dritte Essay verfolgt diese Spuren weiter und entwirft Perspektiven eines erfüllten Reisens. Er votiert für Entschleunigung und für die mutige Bereitschaft, sich auf das Fremde einzulassen, ohne dabei Maß zu nehmen am Gewohnten. Dann kann sich das höchste Glück auf Reisen ereignen, das Glück des Verstehens. Das Buch beschließen Erfahrungen mit einem neuen Genre des Reisens: der philosophischen Reise. Sie verbindet die Magie einer Örtlichkeit mit der Magie eines existenziellen Themas, zu dem jeder in der Gruppe seine Lebenserfahrungen einbringen kann. Das innovative Potenzial der philosophischen Reise besteht in einer gelungenen Komposition von Außen- und Innenwelt, von thematischen Unternehmungen am bereisten Ort und von berührenden Gesprächen, die in seelische Tiefen führen.

                                                                    

 

Engagierte Vernunft
Essays und Kolumnen

Schrägdruck-Verlag 2020, € 10,00

Engagierte VernunftWir Europäer leben in der besten aller historischen Zeiten. Die längste Friedenszeit, die höchste Lebenserwartung, die stabilste Rechtsordnung, der größte Wohlstand, die freieste aller Lebensformen bisher. Und knapp unterhalb der Superlative weitere gute Noten für Mobilität und interkulturelle Kompetenz, für Bildung, Diskussionskultur und Zivilgesellschaft, für Ehrenamt und soziale Netze.

Ja gewiss, es gibt Einwände. Wie steht es um Verteilung und Gerechtigkeit, wo stehen die Verlierer, wo bröckeln die Ränder? Haben wir den Zenit gar schon überschritten?

Jedes waches Leben muss sich diese Fragen stellen, um nicht selbstgefällig zu erstarren. Die umsichtige Sorge ist die Schwester des Optimismus, sie schirmt ihn mit wohltemperierter Strömung gegen die Polarluft des Pessimismus ab. Sie hält die Mitte, sie wägt ab und tappt nicht in die Falle der Extreme. Sie ist um faire Urteile bemüht, aber dabei ist sie keineswegs neutral. Sie trägt Sorge dafür, dass zukünftiges Leben sich ebenso entfalten kann wie gegenwärtiges. Sie ist eine Herzensangelegenheit der engagierten Vernunft.

Die hier versammelten Texte stehen im Geist einer engagierten Vernunft, die eher von Kommentarlust als von Deutungsernst motiviert ist. Sie präferiert den Essay und die Kolumne, literarische Kurzformen, die einen Punkt beleuchten - nicht selten nehmen die Gedanken ihren Ausgang bei einer einzelnen, durchaus auch subjektiv erlebten Begebenheit und ziehen von dort weitere Linien.

Die ersten vier Texte staunen über die kreativen Innenwelten, die restlichen elf wenden den Blick auf die äußeren Sphären Politik, Kosmos und Umwelt. Dabei liegt der Schwerpunkt der umsichtigen Sorge engagierter Vernunft eindeutig auf der ökologischen Problematik. In ihr sehe ich die dringlichste Aufgabe für die Menschheit im 21. Jahrhundert.

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Aufsätze

Das Friedenswerk der ökologischen Vernunft. Ein Aufruf. In: Hohe Luft 1/2020, S. 72-74

Buddhistische Innenansichten: Bewusstsein, Geist, Selbst und Person.
Vortrag auf der Herbsttagung der Internationalen Gesellschaft für philosophische Praxis am 15. Oktober 2014.
In: Thomas Gutknecht, Heidemarie Bennet-Vahle, Dietlinde Schmalfuss-Plicht (Hg):
Fürsorge und Begegnung. Jahrbuch der Internationalen Gesellschaft für Philosophische Praxis, Bd. 7 (2018), S. 39-59

Nach Jena! Zur Freiheit! Die Geburt einer Kulturnation.
(Über Schiller, Fichte, Schelling und Hegel) In Hohe Luft Nr. 1/2017, S. 50-55

Der Wanderer zwischen den Welten: Karl Popper. In: Hohe Luft 1/2016, S. 86-90

Der große Kommunikator. Jürgen Habermas im Porträt. In: Hohe Luft Nr. 2/1915, S. 50-58

Das Wirkliche und das Mögliche. In: Karl Venker (Hg): Ingenium. Münster/Berlin 2011, S. 13-31

Das Nützliche und das Wertvolle. In: Karl Venker (Hg): Ingenium. Münster/Berlin 2011, S. 109-134

Weltmacht Wille – Arthur Schopenhauer. In: Axel Rulf/Reinhard Zahn (Hg): TAMphilo. Freiburg 2011, S. 83-97

Alles Existieren ist Unterwegssein. Erfahrungen mit dem Experiment „Philosophische Reisen“. In: Detlef Staude (Hg): Lebendiges Philosophieren. Philosophische Praxis im Alltag. Bielefeld 2005, S. 11-20 als Leseprobe des transscript-Verlags

Der Einbruch des Ästhetischen in die Theorie. In: Monika Fick/Sybille Gößl: Der Schein der Dinge. Tübingen 2002, S. 179-186

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Texte von hier zum Herunterladen und Audios:

Über den Denkstil. Für Dieter Henrich            als Audio

Freiheit und Verantwortung

Arthur Schopenhauer - Weltmacht Wille

 

Kolumnen online:

Müssen wir uns des Reisens schämen?

Aufruf zu einem ökologischen Grundvertrag der Menschheit

Der Philosoph als Weltbürger. Jürgen Habermas zum 90. Geburtstag

Aufstand der jungen Generation. “Fridays for Future” rüttelt auf

Mit Geschichten getäuscht. Zum Fall Claas Relotius

Auf Heimreise. Betrachtungen von Rückkehrern.

Auf in die Ferien! Unser jährlicher Almauftrieb

“Blickt nach oben zu den Sternen!” Zum Tod von Stephen Hawking

Der Blick aus dem Orbit

Die letzten Trümpfe der Menschheit

Wo sind wir, wenn wir lesen?

Leitkultur? Ja oder nein? Deutsch oder europäisch?

Wie wäre eine Welt ohne Konjunktiv?

Wer ist das Ich in meinen Erinnerungen?

Tödliches Plastik. Die toten Schildkröten am Strand von Mahabalipuram

Die magischen Momente der Politik. Ein Plädoyer für politische Mythen

 

Pressestimmen und Interviews

Alexander Maier: “Sehnsucht nach einem anderen Leben”. Interview in der Esslinger Zeitung vom 13.01.2020

Alexander Maier: “Die Menschen suchen wieder nach Orientierung”. Interview in der Esslinger Zeitung vom 29.07.2019

Thomas Schorradt: Der Philosoph als Landschaftserklärer. Stuttgarter Zeitung vom 25.03.2019

Detlef Berentzen: Selber denken. SWR 2-Beitrag über ein philosophisches Café in Mannheim (Audio)

Stefan Hügli: Philosophisch reisen. Die doppelte Art, die Welt zu entdecken. DRS 2 vom 31. Oktober 2010 (Audio)

Renate Börger: Berührt werden. Eine nicht nur körperliche Sehnsucht. Bayerischer Rundfunk 2 vom 29. Februar 2012 (Audio)

Justina Schreiber: Zwischen Wieskirche und Wellness-Tempel. Bayerischer Rundfunk 2 vom 15. August 2012 (Audio)

Birgit Weidt im Gespräch mit Peter Vollbrecht: In der Ferne sich selbst begegnen. In: Psychologie heute, August 2008

 

 

 

 

Philosophisches Forum

 
 

Peter Vollbrecht