Der Geist von Weimar:
Goethe und Schiller -
Empfindung und Gedanke

3. - 8. Juli
Hotel Russischer Hof, Weimar

Goethehaus
Irgendwie stecken sie uns im Leib, die Klassiker. Mit ihrer rhythmisch schwingenden Sprache, die uns heute zu gestelzt vorkommen mag. Der Zugang schwierig, es bräuchte denn eine Übersetzung in die gegenwärtige Denkart. Peter Vollbrecht versucht es für Sie mit dem Schlüssel ‚Empfindung und Gedanke‘, dieses Spannungsfeld gilt heute noch, jeder kennt es aus eigener Erfahrung. Empfindung: das sei auf Goethe gemünzt, auf seinen Widerstand gegen das Philosophische, Abstrakte. Gedanke: das beschreibt das Reflexionstalent Schiller, der Dichter und Philosoph in einem war. Beide verband die produktivste Freundschaft in der deutschen Literatur. Zögerlich begannen sie mit Vorbehalten auf beiden Seiten, doch dann ergänzten sie sich und erkannten im Anderen, was ihnen selbst jeweils fehlte. Mit wem werden Sie wärmer im Laufe der Tage? Und wenn Sie mit einer Vorentscheidung schon angereist sind: wie stellt sich Ihre Einschätzung nach fünf Tagen dar? Wie auch immer: Weimar wird sie bezaubern, das Kleinod aus architektonischem Stadtbild, ausgedehnten Parks und kulturhistorischen wie politischen Spuren, eine deutsche Schicksalsstadt.

Das Seminar: Goethe ist ein Günstling der Natur, scheinbar gelingt ihm alles: Dichtung, Politik, er hat Erfolg bei Frauen. Schiller muss sich alles erkämpfen, nichts fällt ihm in den Schoß, lange ist er sich seiner Qualitäten nicht bewusst. Eine chronische Krankheit lässt ihn ein nur kurzes Leben erwarten, folglich fordert er vom Geist, dass er sich den Körper baue. Ganz anders Goethe: auf vertrautem Fuße steht er zur Natur und entwickelt eine organische, ganzheitliche Naturbetrachtung. Seine Produktivität lebt ganz aus Empfindung und reflexionsferner Intuition, auch wirft er sich handelnd in die Welt, um zu sich selbst zu gelangen. Schiller dagegen geht zunächst einen philosophiebeladenen Gang, er denkt Kant weiter und hinterlässt die innovativste Ästhetik seiner Zeit. Doch dann wendet er sich von der Philosophie ab und dem schöpferisch Unbewussten zu. Wir verfolgen an ausgewählten Texten – Briefe, Gedichte, Theaterstücke, Romane und theoretische Beiträge zur Ästhetik und zum Kunstverständnis – die beiden konträren Charaktere. In der Dramaturgie ihrer Freundschaft spiegelt sich eine Grundspannung, die auch uns angeht: Denken und Handeln, Geist und Natur, Freiheit und die Allverbundenheit des Seins.

Goethe GartenhausSeminarbeginn und –ende: 3. Juli, 17 Uhr, Abreise nach dem Frühstück am 8. Juli 2017.

Reader: wird wie immer zugesandt, 3 Wochen vorab.

Exkursionen: Amalia-Bibliothek, Goethe-Wohnhaus mit Nationalmuseum, Schiller-Wohnhaus, Ilm-Park.

Gruppengröße: 12 – 20 Personen.

Kosten: Fünf Übernachtungen mit Frühstück im Hotel Russischer Hof, 4 Abendessen, Kaffeepausen während des Seminars, Nutzung des Wellness-Bereiches, Führungen und Eintritte laut Programm, Seminar, Skript im DZ € 1190, EZ-Zuschlag € 210.

Ausführlicheres und Buchungen bei Zeitreisen-Logo

 

Philosophisches Forum

 
 

Peter Vollbrecht