Leben wir in der besten aller Welten?
Gottfried Wilhelm Leibniz

6.– 10. Juni 2018
Hannover, Central Hotel Kaiserhof

LeibnizSchon beim Erwachen habe er so viele Einfälle, dass der gesamte Tag nicht ausreiche, um sie niederzuschreiben, sagte Leibniz über sich. Er war eine Legende, dieser Tausendsassa und Universalgelehrte, der die erste Rechenmaschine erfand, die Infinitesimalrechnung, den binären Code, Windturbinen für den Bergbau im Harz, der Vorschläge zur Justizreform unterbreitete und von einer Universalenzyklopädie träumte, in der das Wissen der Menschheit archiviert werden könnte. 20.000 Briefe schrieb er den namhaften Persönlichkeiten seiner Zeit und hinterließ einen Nachlass von 100.000 Seiten. Ungebrochen sein philosophischer Optimismus, mit dem er die Frage klärte, weshalb Gott das Übel in der Welt zulassen könne. Visionär seine Vorstellung, dass Verstehen bedeute, sich in die Position des anderen hineinzuversetzen.

 

Das Seminar: Calculemus – lasst uns rechnen! so lautete die Devise Leibniz‘. Prinzipiell, so meinte er, ließen sich Probleme mit Hilfe eines komplexen Algorithmus lösen. Schließlich habe Gott ebenfalls gerechnet, bevor er die Welt erschuf. Und er habe die beste aller möglichen Welten erschaffen. Allerdings trennt uns von Gottes Intelligenz ein himmelweiter Abstand, denn unser irdischer Verstand könne die Welt immer nur perspektivisch erkennen. Wir haben nicht das Vermögen der göttlichen Totalperspektive. Aber wir haben die Mathematik, die Rechenmaschinen und das digitale Alphabet. Und damit sind wir bestens gerüstet in der besten aller Welten.

Das Seminar konzentriert sich auf das Theodizeeproblem, sie ist der Resonanzboden des Leibniz’schen Philosophierens über Leib und Seele, Freiheit, Erkenntnis und Wahrheit – kurzum: über die Stellung des Menschen in der Welt. Dazu nehmen wir noch zwei Seitenblicke: einen zeitgenössischen auf Voltaires polemischen Anti-Leibniz-Roman ‚Candide‘, in dem der Franzose Leibniz‘ Vorstellung der prästabilierten Weltharmonie persiflierte, sodann einen modernen Blick auf den gegenwärtigen Hype um die künstliche Intelligenz.

Seminarbeginn und –ende: 6. Juni 17 Uhr, Abreise nach dem Frühstück am 10. Juni 2018. Kaiserhof

Reader: wird wie immer zugesandt, 3 Wochen vorab.

Exkursionen und Unternehmungen: Stadtführung mit Leibniz-Schwerpunkt, Besuch der Leibniz-Bibliothek (Nachbau der Rechenmaschine), evtl. Vorlesung an der Leibniz-Universität Hannover, Herrenhauser Gärten.

Gruppengröße: 12 – 18 Personen.

Kosten: Vier Übernachtungen/3 x Halbpension, Seminarraumkosten, Kaffeepausen am Vormittag und Nachmittag, Getränke während des Seminars. Im DZ € 870, EZ-Zuschlag € 150

 

Philosophisches Forum

 
 

Peter Vollbrecht